Geschichts- und Heimatverein e.V. Dreieichenhain
Die Entstehungsgeschichte
Wie kam es dazu, dass man sich einen Sommer ohne Theateraufführungen in der Burg Hayn gar nicht mehr vorstellen kann?
Es war der rührige 1. Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Johannes Winkel VIII, der seinen insgeheim gehegten Wunsch, den heimatverbundenen Mitbürgern die jahrhundertealten Begebenheiten durch Theaterstücke in Form von Burgfestspielen näher zu bringen, endlich 1925 verwirklichen konnte.
In geschriebenen und überlieferten Unterlagen war ein reicher Schatz an vielen geschichtlich untermauerten Themen vorhanden, die er in unermüdlicher Arbeit zusammengetragen hatte. Die herrliche Burganlage war eine weitere ideale Voraussetzung, ein solches Projekt zu verwirklichen. Da aber an der Freilichtanlage noch einige Erdbewegungen erforderlich waren, verstand es der „alte Winkel“, viele fachliche Kräfte im so genannten „Gotteslohn“ herbeizuholen, um eine Planierung des durch die vorangegangenen Ausgrabungen hügelig gewordenen Zuschauerraumes durchzuführen. Hinzu kamen weiter Aufgaben, wie die Bühne entsprechend zu erhöhen, Steintisch und Steinbänke ins Bühnenbild zu setzen und Treppenbauten am Wehrgang zu Auf- und Abgang der Schauspieler zu schaffen.
Im Juni 1925 war es dann soweit. Das erste Theaterstück „Die Kaiserjagd im Reichsbannforst Dreieich“ wurde auf der neu geschaffenen Freilichtbühne aufgeführt. Schon im Mai 1926 folgte sein zweites Stück „Die Geiseln auf Burg Hayn“. Sein drittes Stück „Gerädert im Reichsbannforst Dreieich“ wurde 1932 aufgeführt. Hier erhielt der „alte Winkel“ Hilfe durch den neu in den Hayn gekommenen Pfarrer Fritz Creter, der dieses Stück bühnenreif bearbeitete.
In der Folgezeit erfreuten sich die Dreieichenhainer Burgfestspiele einer immer größer werdenden Beliebtheit. In den dreißiger Jahren wurde der Besucherandrang so groß, dass Sonderzüge ab dem Frankfurter Hauptbahnhof eingesetzt werden mussten. So konnte in der Burganlage bei den vier Aufführungen der Stückes „Gerädert im Reichsbannforst Dreieich“ 1932 eine Rekordzahl von rund 5.000 Besuchern verzeichnet werden. Einen der Höhepunkte in diesen Festspieljahren bildete das historische Freilichtstück „Die Hexe im Hayn“ von und mit Fritz Creter. Das „Erk-Festspiel“ von 1936 trug noch einmal die Handschrift des 76jährigen Ehrenvorsitzenden Winkel.
Durch die sich verändernden politischen Verhältnisse erfuhr der veranstaltende Geschichts- und Heimatverein sehr schwere Auflagen und Einbußen und musste schließlich ab 1937 gänzlich auf die Burgfestspiele verzichten.
Erst 1978 formierte sich dann wieder eine Theatergruppe im Geschichts- und Heimatverein und führte mit dem bekannten Stück von Pfarrer Fritz Creter die Tradition der Theateraufführungen auf der Freilichtbühne fort.
Seit dieser Zeit wird wieder jedes Jahr von den begeisterten Amateurschauspielern ein Theaterstück aufgeführt. Prägend in der Theaterarbeit wirkten hier unter anderem der unvergessene Hans Obermann sowie Danielo Devaux, der hin und wieder mit einer Lesung im „Runden Turm“ seine freundliche Verbundenheit mit Dreieichenhain aufrecht erhält. Und seit 1993 natürlich Dieter Stegmann.
Neu hinzugekommen ist seit 1993 auch eine Märchengruppe, die mit großem Einsatz jedes Jahr ein Stück für Kinder und Erwachsene aufführt und seit 2001 von Almut Krumpholz-Nickel geleitet wird (näheres siehe unten).
Über viele Jahre hinweg wird nun von den Amateurschauspielern der Theatergruppe des Geschichts- und Heimatvereins Theater gespielt und man hat sich nicht gescheut, schwierige und äußerst anspruchsvolle Stücke in Szene zu setzen. Es war der Zuspruch des Publikums, der immer wieder ermutigt hat , auf diesem Weg weiterzumachen. Denn ohne diese herzliche Zustimmung manchmal unter schwierigen Bedingungen, sozusagen bei Wind und Wetter, und mitunter auch rechtlichen und technischen Schwierigkeiten trotzend, hätte man sicherlich nicht den Mut gehabt noch eine Märchengruppe zu gründen oder Stücke wie „Die Nibelungen“, „Hexenjagd“ oder „Die lustigen Weiber von Windsor“ – um nur einige zu nennen – aufzuführen. Es war im Wesentlichen der Applaus des treuen Publikums, der immer wieder zur Bestätigung geführt hat, weiterzumachen.
Dafür einen ganz herzlichen Dank von den Amateurschauspielern des Geschichts- und Heimatvereins an die Haaner und das ganze Dreieicher Publikum!




