Geschichts- und Heimatverein e.V. Dreieichenhain
Wer war Ludwig Erk?
Ludwig Erk wurde am 6.1.1807 in Wetzlar geboren. Sein Vater hieß Adam Wilhelm Erk und seine Mutter Anna Barbara Erk, geb. Göth. Von 1812 – 1813 lebte die Familie in Worms, anschließend in Neu-Isenburg. Sein Vater kam 1813 als Stadtschreiber, Lehrer und Organist an die Burgkirche nach Dreieichenhain.
Die Familie lebte von 1813 – 1820 in diesem Haus. Ludwig Erk wohnte also vom 6.- bis 13. Lebensjahr hier. Ludwig Erk erlernte schon sehr früh von seinem Vater das Orgelspiel. Als sein Vater erkrankte, durfte/musste er ihn – schon als 11jähriger – an der Orgel vertreten.
Als Adam Wilhelm Erk 1820 starb, hinterließ er seine Frau mit fünf unmündigen Kindern. Ludwig Erk wurde von seinem Patenonkel Pfarrer Johann Balthasar Spieß (1782 – 1841) in das von Spieß geleitete Bernardstift in Offenbach, ein sogenanntes „Erziehungsinstitut“ aufgenommen.
Er wurde an folgenden Instrumenten ausgebildet: Violine bei Leonard Reinwald, Klavierunterricht bei den Brüdern Aloys und Jacob Schmidt,
Chorgesang bei Anton André. Hier entdeckte der große Pädagoge Adolf Diesterweg Erks musikalisches Talent und gewann den 19jährigen Musiklehrer für sein Lehrerseminar in Moers am Niederrhein.
Ludwig Erk hatte schon in seiner Offenbacher Zeit mit Bruder Fritz, im nahen Odenwald, für die Schule geeignete Lieder gesammelt. Diesterweg ließ diese Lieder ohne Wissen Erks drucken.
Am 2. Oktober 1835 heiratete Ludwig Erk Friederike Holdinghausen, eine Kaufmannstochter aus Moers.
1835 ging er als Musiklehrer an das Lehrerseminar für Stadtschulen in Berlin.
Ab 1838 verstärkte er die Sammlung von Volksliedern und die Herausgabe von kritischen Volksliedsammlungen.
1845 Gründung des Erk´schen Männergesangvereins Berlin.
1848 starb Erks Gattin im Alter von 38 Jahren. Von ihren 6 Kindern war das älteste 12 Jahre alt.
1856 Veröffentlichung des „Deutschen Liederhorts“
1857 Ernennung zum königlichen Musikdirektor.
1868 heiratet er die Witwe seines Freundes, Dorothea Holzhauer, die am 6.12.1906 starb.
Am 25.11.1883 starb Ludwig Erk in Berlin im Alter von 76 Jahren.
Er wurde auf dem Elisabeth Kirchhof in Berlin beigesetzt.
Ludwig Erks Nachlass umfasst 41 Sammelbände mit rund 30.000 Seiten handschriftlicher Liedersammlung.
Ein systematisches Sammeln und Sichten der deutschen Volkslieder aus allen deutschen Landschaften, wobei Text und Melodie zu ihrem Recht kamen, blieb Ludwig Erk vorbehalten.




