Geschichts- und Heimatverein e.V. Dreieichenhain
Rosenhag
Die Verbindung zwischen der Giebelmauer des Palas und der Hecke am Jägerzaun bildet der Rosenhag. Der aufmerksame Besucher bemerkt vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit dieses Gartenmotivs mit berühmten Andachtsbildern des Spätmittelalters (z.B. „Madonna im Rosenhag“ von Stefan Lochner 1450). Der Hayner Rosenhag ist keine genaue Kopie einer Vorlage; es wurden jedoch Stilelemente von zahlreichen ähnlichen Bildern mit verwendet: der Rosenbogen, die Spaliere an den drei Mauerwänden, geschmückt mit Kletterrosen, der Steintisch, eine dreiseitige U-förmige Bank.
Für die Menschen vergangener Jahrhunderte war die symbolische religiöse Bedeutung eines solchen Ensembles ebenso ablesbar und begreifbar wie beim Betrachten eines romanischen Kirchenbaus. Nicht nur Maria und die Heiligen mit dem Jesuskind in der Mitte bevölkern den Rosenhag. Auch das Burgfräulein saß gerne mit den Rittern um den runden Tisch und genoss – musizierend – den Schatten und den kühlen Trunk.

Das Liebespaar (vom sog. Hausbuchmeister, Ende 15. Jh.). Kupferstich, Kunstsammlungen der Veste Coburg




