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Geschichts- und Heimatverein e.V. Dreieichenhain

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Sonderausstellungen

Bild: Leckereien aus Frankfurt

Leckereien aus Frankfurt

So sin se die Frankfurter
29. Januar bis 8. April 2012

Wer über Frankfurt a. M. spricht, tut es meist vielschichtig, ja meist gegensätzlich: die einen schwärmen von Frankfurt als der heißgeliebten Vaterstadt, die anderen despektierlich von „Bankfurt“ oder gar „Krankfurt“!
Die unterschiedliche Betrachtungsweise hat ihre Wurzeln in der Historie. Schon Martin Luther sprach verächtlich vom „Geldloch Frankfurt“. Und selbst der größte Sohn Frankfurts, Johann Wolfgang Goethe war nicht frei von Seitenhieben auf seine Heimatstadt. So meinte er z. B. „Franckfurt bleibt das Nest“, andererseits sprach er anerkennend „Frankfurt stickt voller Merckwürdigkeiten“. Doch das größte Lob stammt aus der Feder eines Reiseschriftstellers aus dem 18. Jahrhundert, der meinte „Wen Gott lieb hat, dem schenkt er Arbeit und Nahrung in Frankfurt“.
Ja, wie sind sie eigentlich die Frankfurter? Dem einen kommen sie selbstverliebt, als bürgerstolze Reichstädter daher, dem anderen als nivellierende Weltbürger. Nun, von allem hat der heutige Frankfurter wohl etwas.
Die Ausstellung, die das Dreieich-Museum bis 8. April zeigt, führt den Besucher in die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, als es die vermeintlich „echten“ Frankfurter noch gab. Sie erzählt vom Ausruf des Erstaunens „Feuer, die Maa brennt“, berichtet warum die Frankfurter Vierspännig fahren, warum es „beim Kraft seim Häusi“ geht und parliert von den Frankfurter Würstchen, der „Grie Soß“ und dem „Frankfurter Kranz“.
Die Frankfurter Altstadt verschwand im Feuerinferno des Zweiten Weltkriegs. Doch heute versucht man die alte Tradition des Gassengewirrs anzuknüpfen. Man versucht mit historischer Bebauung des Areals zwischen Dom und Römer das Vergangene wieder hervorzulocken. Aber schon erregen sich die Gemüter. Was dem einen Sehnsucht nach verlorener Identität bedeutet, ist dem anderen verlogene Heimattümelei. “Alles in allem können wir gespannt sein, auf das Wiedererstehen der Frankfurter Altstadt”, so die Museumsleiterin Corinna Molitor.

Die Ausstellung ist vom 29. Januar bis 8. April 2012 samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.